Geschichte

B Ă„ R   U N D   H E L E N A - eine wahre Rindergeschichte mit kleinem Happy End


Am 22.04.2000 wurde der kleine, zottelige Bär als Zwilling auf einem Öko-Bauernhof in Bremen geboren. Seine Mutter starb bei der Geburt, sein Zwilling leider auch. Somit hatte Bär keine gute Chance, zu überleben. Er wurde von Menschenhand (erst von den Ökobauern, dann von mir) mit Milch aufgezogen und erst sah seine Entwicklung ganz gut aus.

Er verbrachte den Sommer auf der Weide mit der Herde, die aus Highland- und Galloway- Rindern bestand. Zum Winter kamen sie in den Stall - und ab da begann es ihm immer schlechter zu gehen. Er war völlig abgemagert, seine Blutwerte sehr schlecht. Dann begann ich mit der medikamentösen Therapie, Nahrungsergänzungen, sowie Kraftfutter, und natürlich weiter mit seiner Milch. Der kleine Bär wäre in diesem Zustand nur noch ein Fall für die Notschlachtung gewesen... dass ich das nicht zulassen konnte, war klar. Ich habe meinen kleinen Freund gerettet (die Bäuerin schenkte ihn mir, da er ja für’s Geschäft nichts mehr wert war) und habe dort Miete für ihn bezahlt. Bär nahm langsam zu und seine Werte verbesserten sich. Die ganze Therapie dauerte aber auch über 4 Monate! Er konnte den nächsten Sommer wieder mit auf die Weide.

Nun ereignete sich etwas völlig unvorhersehbares: der Hof sollte aufgegeben und alle Highland- und Galloway- Rinder geschlachtet werden! Ich rettete also auch noch Bär's Oma "Die Schöne" (17 Jahre!) und die Tante "Goetha" (15 Jahre), die beiden ältesten Highland Rinder des Hofes. Die beiden sind bei einer befreundeten Tierarztfamilie (auch in Norddeutschland) aufgenommen worden. Dort sind sie auch friedlich mit 22 und 23 Jahren verstorben. Für den Rest der Herde hatte ich kein Geld, somit startete ich große Aktionsaufrufe... fand jedoch nur 2 Tierfreunde, die sich eine Kuh teilen konnten. Alle anderen kamen innerhalb einer Woche zum Schlachter!

Diese andere Kuh heißt Helena und ist jetzt bei ihrem Cousin Bär. Für Helena hatte ich 2 liebe Patinnen gefunden, die Helena finanziell unterstützten. Dort sind sie in eine Hobbyzucht zu 20 anderen Rindern (Französische Saléer) gekommen. Während Bär erst vor den anderen Artgenossen weglief, konnte sich Helena sofort durchsetzen und ist bis heute noch sehr dickköpfig.

Es ist wahnsinnig schön, so glückliche Tiere zu sehen, die keine Angst um ihr Leben haben müssen!

Ich habe mir meinen Wunsch erfüllt und mindestens eins der sogenannten "Nutztiere" gerettet. Ich weiß, dass ich keine Millionen Tiere retten kann, aber wir alle zusammen können es, indem wir unsere Essgewohnheiten ändern, Tiere als Mitgeschöpfe achten und für Tierrechte kämpfen!

Inzwischen sind die beiden über 13 Jahre alt und ausgewachsene Highland-Rinder, die die Kälte lieben und auch bei Frost draussen bleiben (Highlands können gut und gerne bis 40°C minus ertragen!).

Lange ging es gut, bis zum Winter 2012.
Dann folgte der Umzug.

Tina Ehmke, Bremen

Stand: 29.03.2013